Presse

Günther Beckstein bei Herbstempfang des SkF

24. September 2021

„Ihre Arbeit ist auch in einer reichen Gesellschaft unverzichtbar!“

Geschrieben von
Geschäftsstelle

In einer offenen Rede beim Herbstempfang des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) würdigte der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein die wertvolle Arbeit von Frauenverbänden wie dem SkF: „Es gibt auch in unserem reichen Land viele Notlagen, bei denen es wichtig ist, dass haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anpacken. Deshalb gilt mein Dank Ihnen für Ihre wertvolle Arbeit!“ Aus Sicht von Günther Beckstein sind Frauen stärker von Armut gefährdet als Männer. „Wenn eine Beziehung scheitert, ist meist die Frau schlechter gestellt, da sie ein geringeres Einkommen hat. Deshalb entsteht schneller eine Gefahr, abzurutschen.“ Auch aus diesem Grund ist er heute kritischer zum traditionellen Familienbild eingestellt. Dies ginge in vielen Fällen zu Lasten der Frauen. Aus der ungleichen Verteilung von Einkommen resultiert auch das für ihn weitere „Megathema“ nämlich der drohenden Altersarmut gerade von Frauen. In Phasen von Niedrigzinsen zeige sich, dass auch propagierte Wege wie die private Vorsorge ihre Grenzen haben und dass vor allem Frauen mit geringem Einkommen und längeren Pausen in der Erwerbsarbeit trotz eines lebenslangen Engagements im Alter schlecht versorgt seien. Sorgen bereitet dem ehemaligen Ministerpräsidenten auch die Entwicklung im Bereich der Pflege. Die Politik müsse hier weitere Reformen anstreben um eine dauerhafte und qualitativ hochwertige Pflege zu ermöglichen: „Der humane Charakter einer Gesellschaft zeigt sich daran, wie man mit alten und schwachen Menschen umgeht. Deshalb gibt es hier noch viel zu tun.“ Zuvor hatte die Vorsitzende des SkF, Doris Hallermayer, darauf hingewiesen, dass der SkF durch sein Engagement vor allem Hoffnung geben will. Dies stoße jedoch immer wieder an Grenzen. Aktuell benötige der SkF Unterstützung bei der Suche nach einem Gebäude in dem eine Frauenpension untergebracht werden kann. In einer solchen Unterkunft könnten Frauen, die von Obdachlosigkeit bedroht oder betroffen sind, eine Perspektive für sich entwickeln. Zum Abschluss berichtete Martina Kobriger von den aufwendigen Sanierungen des Afraheims im Domviertel. Hier engagiert sich die Diözese mit zwölf Millionen um eine zukunftsfähige und großzügigere Unterbringung von Seniorinnen und Senioren zu ermöglichen. Der SkF benötigt immer auch Spenden und finanzielle Unterstützung. Deshalb führt er in diesem Jahr zum vierten Mal eine Adventskalenderaktion durch. Der Kalender 2017 wurde im Rahmen des Herbstempfangs feierlich vorgestellt.

Verantwortlich: Martina Kobriger